****** Ganz genau. ;-)<br><br>Tom Waits hat mir ja auch schon in vergangenen Jahren eine Menge Freude bereitet - der Sonderling unter den Singer/Songwritern mit Ursprüngen aus der Beat-Szene mach seit nun schon fast 35 Jahren wunderbare, verschrobene, versoffene Musik, die auch mit ihren lyrischen Qualitäten immer wieder aufzutrumpfen wusste. Nachdem Waits in letzter Zeit so manchen früheren Fan deutlich auf die Probe stellte - vor allem mit der sperrigen Woyzeck-Liebeserklärung "Blood Money", Weltuntergangsstimmung inklusive, sowie dem experimentell-lärmigen Klangmoloch "Real Gone", den auch ich schon irrtümlich zu den größten musikalischen Enttäuschungen 2005 zählte. Nun setzt er uns also "Orphans" vor, ein 3-CD-Boxset, das ich - und nicht nur ich - wirklich schon beinahe als eine Art Opus Magnum bezeichnen möchte. Es ist wahnsinnig beeindruckend, wie uns Waits diese kleinen, kaputten Songperlen eine nach der anderen vorsetzt, und das wieder einmal in seinem kompletten Spektrum, von herzzerreißend schönen Balladen ("You Can Never Hold Back Spring"!) über sein unverwechselbares, besoffenes Gegröle bis hin zu allerlei experimentellen Kleinodien, die so ihren Platz wohl kaum auf einem Album gefunden hätten. Waits selbst bezeichnete "Orphans" gerne als eine Sammlung von Songs, die ihm "hinter den Herd gefallen sind". Ich muss sagen, die haben sich da hinten sehr gut gehalten, bis er sie wieder hervorgekramt hat. Mit einer schönen Staubschicht. |