****** The Bedlam in Goliath, das nun schon das vierte Studioalbum. Und schon heute dürfte die Lebenszeit des durchschnittlichen The Mars Volta Anhängers nicht ausreichen um all die Töne, die Bixler-Zavala und Rodriguez-Lopez solo oder im Duo absondern, angemessen zu würdigen. An eine Person, welche die Band erst in zehn Jahren (bzw. zwölf Alben) entdeckt gar nicht zu denken. Kein Zweifel, diese Kalifornier setzen ihre akustischen Kolosse schneller in die Welt als das Prekariat seine Kinder! Schon klar, dass dabei keine Zeit für größere stilistische Kurswechsel bleibt, aber andererseits ist es halt Progrock. Irgendwie. Oder doch eher der vierte Teil von "Jurrasic Park"? Nevermind! Entsprechend liegen die Veränderungen im Detail, unter einer Laufzeit von 75 Minuten machen The Mars Volta es ohnehin nicht und diese nutzen sie diesmal, um ihre glühenden Soundwände zu einem klaustrophobischen Labyrinth zu verdichten, durch welches der Hörer atemlos und in einem Höllentempo gejagt wird. Öffneten sich früher die Klangkammern immer wieder mal gegen einen weiten Tonhorizont, welcher den Sounds Raum zum Atmen und der Musik Atmosphäre verlieh, regiert auf "The Bedlam In Goliath" die Materialschlacht. Mehr "Star Wars" als "Bladerunner"! Die bewährten Flamenco-Einsprengsel fehlen, dafür gibt es saxophonische Eruptionen, spacige Keyboardabfahrten und teilweise so extrovertierten Gesang, dass man sich glatt an Glam-Rock erinnert fühlt.
Fazit. Insgesamt stelle ich The Bedlam in goliath auf eine Stufe mit Amputechture und damit ein kleines Stück hinter Frances und De-Loused, die für mich sowieso in einer eigenen vollkommen anderen Liga sind. Trotzdem ganz klar auch diesmal die Höchstwertung. |