****** Irgendwie scheint sie schon alles gemacht zu haben, was auf musikalischem Gebiet möglich ist. Flower Power-Musik in den Sechzigern, New Wave, Folk und Country (!) in den Siebzigern (damals, als sie an der Nadel hing). In den Achtzigern war sie als Diseuse mit gebrochener Stimme Interpretin von Singer/Songwriter-Liedern, in den Neunzigern brillierte sie unter anderem als Brecht/Weill-Künstlerin. Dazwischen immer wieder Bewährungsproben als Rock- und Popsängerin, die meisten gelungen, einige eher beklagenswert. Dementsprechend waren auch ihre Bühnenauftritte, von denen ich seit 1995 vier miterlebt habe: Einmal genial, ein anderes Mal irgendwie abgestürzt, aber immer extrem beeindruckend und spannend.
Seit ihrer letzten CD "Vagabond ways" scheint sie in jenen musikalischen Gefilde ihrer Anfangszeit, bei der Rockmusik, bleiben zu wollen. Und sie schafft es tatsächlich, auf ihrer schätzungsweise 20. Plattenveröffentlichung noch mit Neuem zu überraschen: Glamrock, Rhythm&Blues, folkige Popsongs, aber auch Elektronisches. Die meisten Lyrics hat sie selbst geschrieben. Komponiert und produziert haben Blur, Pulp, Beck, Billy Corgan von den Smashing Pumpkins und andere. Ein durchwegs gelungenes Album, dessen Höhepunkte meines Erachtens das folkig angehauchte, melancholisch-schräge "Like being born" (Mariannes Reibeisenstimme mit Glockenspiel und Orgel!) und der Hermans Hermits-Klassiker "I'm into something good" sind. |