****** Eine der großen Persönlichkeiten der britischen Rockszene ist zweifelsfrei der gebürtige Südafrikaner Manfred Mann. Seine Karriere begann in London Anfang der 60er Jahre. Zusammen mit dem Sänger Paul Jones, Gitarrist Tom McGuiness, Schlagzeuger Mike Hugg und Bassist Mike Vickers gelang dem Keyboarder ab 1964 Hit auf Hit. Mit jukeboxfreundlichen Beatschlagern wie „Do Wah Diddy Diddy“, „Ha! Ha! Said The Clown“, „Mighty Quinn“ oder „My Name Is Jack“ landete die Gruppe internationale Superhits. Nach 1969 hatte Manfred von dieser Musik die Nase voll und löste die Gruppe auf. Zusammen mit Mike Hugg, Steve York, Bernie Living und Craig Collinge gründete er Chapter Three und spielte Jazzrock. Die Gruppe machte gute Musik und spielte zwei hervorragende Alben ein, die aber unverkäuflich waren. Manfred zog die Konsequenzen aus den kommerziellen Mißerfolgen und gründete 1971 zusammen mit Mick Rogers, Colin Pattenden und Chris Slade Manfred Mann’s Earth Band. Mit zeitgemäßer Rockmusik und Alben wie „Manfred Mann’s Earth Band“ (1972), „Gloified Magnified“ (1972), „Messin‘ “ (1973), sowie dem Tophit „Joybringer“ meldete er sich erfolgreich in den internationalen Hitparaden zurück. Diese Alben mit Stücken von teilweise zehnminütiger Laufzeit präsentierten die Gruppe in absoluter Hochform, daß im Meisterwerk „Solar Fire“ (1973), auf der die Gruppe einen ausladenden und mitreißenden Spacerock spielte, gipfelte. 1976 wurde Mick Rogers durch die Gitarristen Chris Thompson und Dave Flett ersetzt. Die zum Quintett erweiterte Gruppe spielte das Album „The Roaring Silence“ ein und landete mit „Blindet By The Light“ einen weiteren Tophit, der Anfang 1977 sogar Nummer 1 der amerikanischen Hitparade wurde. Durch die Version der Earth Band wurde Bruce Springsteen, der Autor von „Blindet By The Light“, einem breiten Publikum bekannt. Lange Zeit wurde der amerikanische Rocksänger, der durch vorzügliche Alben glänzte, als Geheimtip gehandelt und galt als der neue Bob Dylan. Erst 1984 gelang ihm mit dem Album „Born in the USA“ der ganz große Wurf. Nach „Blindet By The Light“ war die Earth Band ein absoluter Kassenknüller an den Konzertkassen. Ihre Tourneen fanden in ausverkauften Hallen statt. Ihren Status als absoluter Topact unterstrichen sie nachhaltig mit den Top 10 Alben „Watch“ (1978), „Angel Station“ (1979) und „Chance“ (1980), die sich vor allem in Deutschland sehr erfolgreich waren. In den 80er Jahren verlor die Gruppe nach diversen Umbesetzungen den Anschluß und mit kontinuierlich schwächer werdenden Alben vergraulten sie sich nach und nach ihre Fans. Die Hits blieben aus und die Alben hatten Schwierigkeiten, sich überhaupt noch in den internationalen LP-Hitparaden zu plazieren. Der Arcade Sampler „Blindet By The Light: The Very Best Of Manfred Mann’s Earth Band“ präsentiert alle wesentlichen Hits der Earth Band der Jahre 1973-1984: „Joybringer“, „Blindet by The Light“, „Questions“, „Sprits In The Night“, die Liveversion von „Mighty Quinn“, „Davy’s On The Road Again“, „You Angel You“, „Don’t Kill It Carol“, „Lies (Through The Eighties)“, „For You“, „Demolition Man“, „Third World Service“ und „The Runner“, angereichert durch die Albumtitel „California“, „Angels At My Gate“ und „Somewhere In Africa“. Die insgesamt 16 Stücke sind allesamt toll gespielt und sehr abwechslungsreich. Die Titel sind bis auf „Questions“ allesamt Coverversionen und zeigen die Stärke von Manfred Mann auf: Fast alle Titel klingen so, als wären sie extra für die Earth Band geschrieben worden. Wer in der Lage ist, Fremdmaterial derartig überzeugend und eigenständig darzubieten, der verdient eigentlich ein Extrasternchen. Da hier nun mal die Höchstnote 6 Sterne sind, bekommt dieser Sampler von mir 6 Sterne in Gold. Wer eines der besten Stücke der 70s Rockmusik kennenlernen möchte, der macht mit diesem phantastischen Sampler einen guten Anfang machen. Wer dann Lust auf mehr Manfred Mann’s Earth Band hat, der sollte sich nacheinander unbedingt die Alben „Solar Fire“ (1973), „The Good Earth“ (1974), „Nightingales And Bombers“ (1975), „The Roaring Silence“ (1976), „Watch“ (1978), „Angel Station“ (1979) und „Chance“ (1980) anschaffen und reinziehen. Last edited: 17.02.2007 16:24 |