***** Mit „Angel Station“ legte Manfred Mann’s Earth Band im Frühjahr 1979 ein Album hin, das den doch etwas enttäuschenden Vorgänger „Watch“ vergessen ließ. Zwar kann es als Gesamtwerk nicht ganz mit den Werken der Jahre 1973 bis 1976 mithalten, doch es enthält mit „Don’t Kill It Carol“, „You Angel You“ und „Angels At My Gate“ drei grandiose Stücke. Als ersten fallen die beiden Personalwechsel auf: Steve Waller und Geoff Britton hatten Dave Flett und das Earth Band-Urgestein Chris Slade (der kurzfristig, für ein Album bei Uriah Heep einstieg) ersetzt. Das heißt, von der Urbesetzung war nur noch der Meister selber übriggeblieben. Die bereits erwähnten Stücke „Don’t Kill It Carol“ (aus der Feder von Mike Heron), „You Angel You“ (Manfred Manns erste Bob Dylan Adaption seit 1973) und „Angels At My Gate“ überstrahlen das ganze Album. Mit „Don’t Kill It Carol“ und „You Angel You“ konnte die Earth Band ihre Hitbilanz weiter ausbauen, auch wenn die Stücke nicht so erfolgreich waren wie „Joybringer“, „Blindet By The Light“ und „Davy’s On the Road Again“. „Don’t Kill It Carol“, auf dem Album über sechs Minuten lang, ist ein kraftvoller Rocker mit tollen Keyboardpassagen im Mittelteil. „You Angel You“ kommt teilweise hymnenhaft daher, ebenso wie „Don’t Kill It Carol“ mit tollen Keyboardeinlagen im Mittelteil versehen. Aus einer völlig anderen Richtung kommt das teilweise düster klingende „Angels At My Gate“ daher, das ein wenig an gleichgelagerter Musik deutscher Elektronikband a la Tangerine Dream oder an Ultravox unter der Regie von John Foxx erinnert. Die übrigen Stücke „Hollywood Town“, „Belle Of The Earth“, „Belle Of The Earth, „Platform End“ „You Are...I Am“, „Waiting For The Rain“ und „Resurrection“ gehen vielleicht beim ersten Anhören nicht sofort ins Ohr, offenbaren aber sofort, was für eine versierte Truppe hier am Werke ist. Wer von „Watch“ eher enttäuscht gewesen ist, der wird sich mit „Angel Station“ wieder mit der Gruppe versöhnt haben. Manfred Mann ist es einmal mehr gelungen, einen gelungenen Brückenschlag zwischen massentauglicher und anspruchsvoller Rockmusik zu schlagen. Wer die Earth Band einmal kennenlernen möchte, der findet mit diesem hervorragenden Album einen gelungenen Einstieg. |