** Mit der Single „I Was Made For Lovin‘ You“ schaffte Kiss 1979 endgültig den weltweiten Durchbruch. Wer sich das dazugehörige Album „Dynasty“ zugelegt hatte und einigermaßen kritisch war, der wird maßlos enttäuscht gewesen sein, denn außer „I Was Made For Lovin‘ You“ und dem vorzüglichen „Sure Know Something“ hatte das Album nicht viel zu bieten. Im Gegensatz zum 1980 erschienenen Longplayer „Unmasked“ ist „Dynasty“ sogar richtig gut. Die Musiker von Kiss verbrachten damals anscheinend mehr Zeit damit, um lästige Fotographen abzuwimmeln, um nicht unmaskiert abgelichtet zu werden, als vernünftige Songs zu schreiben bzw. einzuspielen. Die insgesamt 11 Stücke auf „Unmasked“ bestechen durch Banalität und Belanglosigkeit. Poprock von der Stange, angesiedelt irgendwo zwischen Bay City Rollers, The Teens und Smokie, der höchstens den Ansprüchen eines damals jungen Publikum zwischen 10 bis 14 Jahren genügte. Die Stücke sind alle sehr simpel gehalten und sobald so etwas wie Power aufkommt, sorgen die meist sehr primitiven Mitklatschrefrains dafür, daß man sich –sofern man einigermaßen kritisch ist- mit Grausen abwendet. In der Vergangenheit hatte die Gruppe mit „Rock ‚N‘ Roll All Nite“, „Beth“, „Hard Luck Woman“, „Calling Dr. Love“, „Love Gun“ oder „Strutter“, „I Was Made For Lovin‘ You“ und „Sure Know Something“ einige wirklich gute Singlehits. Von dieser Klasse sind die 11 Machwerke auf „Unmasked“ allerdings meilenweit entfernt. Dementsprechend waren die als Single ausgekoppelten Stücke „Shandi“ und „Talk To Me“ international auch nur mittelmäßig erfolgreich. Was „Unmasked“ vor dem totalen Absturz rettet ist die Tatsache, daß die Scheibe sehr sauber und professionell produziert wurde und dadurch viele Schwachstellen überdeckt werden, die aber spätestens nach dem zweiten Anhören eklatant auffallen (falls man überhaupt Lust verspürt, sich „Unmasked“ ein zweites Mal anzuhören). „Unmasked“ ist m.E. das schlechteste Album, das Kiss –jedenfalls zum damaligen Zeitpunkt- produziert haben. Was sie drauf haben und können (wenn sie nur wollen), bewiesen sie knapp ein Jahr später mit dem vorzüglichen „Music From The Elder“. |